Ein Bildband entsteht
Die Stadt entdecken, abseits der Wege, yeah! Das ist für mich die spannendste Art eines Städtetrips, auf die ich mich am meisten freue.
Mit der Kamera am ersten Tag in der Tasche. Um nicht völlig überwältigt alles und jeden abzulichten, die Reizüberflutung einfach mit den Augen erleben und der Bereitschaft erst mal zu sehen was da ist. Denn London überrascht nicht auf den ersten Blick. Es überrascht wenn man aufhört zu schauen wo alle hinschauen.
Die großen Sehenswürdigkeiten kennt jeder. Die Stadt dahinter, ihre Ecken, ihr Tempo, ihre kleinen absurden Details zeigen sich nur wenn man sich Zeit lässt. Treiben lassen ohne Programm.
Genau so ist dieser Bildband entstanden. Absperrbänder die Chaos in Ordnung verwandeln. Bauarbeiter in fluoreszierenden Westen. Straßenmarkierungen die sich durch den Asphalt ziehen. Eine Bananenschale auf dem Gehweg, hingeworfen, vergessen, Schuhe in einem Schaufenster in Soho die leuchteten als wären sie extra für diesen Moment dort hingestellt worden.
Und dann Rot. Chinatown. Girlanden die sich über enge Gassen spannen und das Licht brechen. Busse die sich durch Kreuzungen drücken als gehörte ihnen die Stadt, was sie ja auch tut. Jacken. Lichter. Momente die nicht warten. Von einer Gasse zur nächsten, mit Bus und Underground von Soho nach Shoreditch und Camden, Brick Lane bis Nottinghill. In Hinterhöfen und Cafes. Und dabei Perspektiven suchen, finden oder auf sich zukommen lassen. Bildgestaltung – Beobachten im Chaos. Das Tempo einer Weltstadt wie London hektisch. Den Lärm spürt man körperlich. Man kann das alles als Kulisse behandeln oder man lässt es auf sich wirken bis es eine Sprache bekommt. Ich habe die Stadt auf mich wirken lassen und irgendwann fängt man auch an Muster zu sehen. Farben die sich wiederholen, Momente die sich ähneln. Die Farben waren nicht geplant sondern haben sich ergeben.
Perspektive ist dabei keine Technik. Es ist eine Entscheidung. Wohin man geht. Wie lange man wartet. Was man im Bild stehen lässt. Und was nicht.
Für alle die London kennen und es so vielleicht noch nie gesehen haben.




